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Vogeltor

Das Vogeltor in Augsburg ist ein Torturm der einstigen Stadtmauer, 1445 auf Veranlassung des Bürgermeisters Konrad Vögelin errichtet. Er ersetzte ein älteres Tor mit Zugbrücke aus dem späten 14. Jahrhundert. Sein Durchgang öffnete die Jakobervorstadt, die heute zum inneren Stadtgebiet zählt. Der quadratische Bau ist weitgehend schmucklos, hat vier sichtbare Stockwerke und trägt ein hohes Walmdach, das ursprünglich deutlich flacher war. Außen zeigt er Backsteinmauerwerk im gotischen Stil, und durch den Spitzbogen blickst du auf ein Sternrippengewölbe mit hängendem Schlussstein und Rosette. Er steht nahe dem früheren Dominikanerinnenkloster St. Ursula.

Seine Wehraufgabe verlor er Ende des 19. Jahrhunderts, als man den Graben zuschüttete und die Zugbrücke entfernte. In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 fielen Bomben auf Augsburg, und nur der gotische Torbogen überstand den Angriff. Die Stadt baute den Torturm bis 1954 wieder auf. Ein 1966 errichteter offener Gang mit Pultdach markiert seither den Verlauf von Graben und Mauer. Neben dem Tor arbeitete seit dem 16. Jahrhundert ein Brunnenwerk, das das Lechviertel mit Trinkwasser versorgte. Sein Wasserturm aus dem 18. Jahrhundert ist außen unverändert erhalten und gehört zum Augsburger Wassermanagementsystem, das als UNESCO-Welterbe anerkannt ist. Wo das Pumpenhaus einst stand, zeichnet sich sein Grundriss noch an der Mauer ab.

Am besten liest du die Außenwände: Über dem Südbogen zeigt ein Wandgemälde eine Kreuzigungsszene. Zur Stadt hin erinnert eine Tafel mit stilisiertem Vogel in Flammen an die Bombennacht von 1944. Halbförmige Wandvorlagen an beiden Seiten tragen Steinfiguren, die auf eine derbe Legende verweisen. Der Rat wollte dem Baumeister 1445 keinen Lohn zahlen, weil der Turm ihm schief schien. Daraufhin kletterte der Meister nach oben und bewies vom Fenster aus auf drastische Weise, dass sein Bau gerade stand. Innen bleibt er verschlossen, doch er markiert bis heute die Grenze zwischen alten und neuen Stadtteilen.

Stadt
Augsburg
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