Chamisso
Diese Ecke Berlins erzählt vom Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso. Er zählt zur deutschen Romantik, und sein Lebensweg führt von Frankreich in diese Stadt. Er schrieb Gedichte, erforschte Pflanzen und blieb dabei ein Fremder zwischen zwei Ländern.
Geboren wurde er 1781 in Frankreich, doch seine Familie floh vor der Revolution nach Berlin. Berühmt machte ihn das Märchen „Peter Schlemihls wundersame Geschichte": Ein Mann verkauft darin seinen Schatten an den Teufel. Die faustische Handlung spiegelt seine eigene Entfremdung und Identitätskrise. Als Botaniker stach er von 1815 bis 1818 auf dem russischen Schiff Rurik in See. Er dokumentierte akribisch Pflanzen und Tiere, darunter die Kalifornische Mohnblume, die er Eschscholzia californica nannte. Dazu kommt seine Entdeckung der Metagenese, des Generationswechsels der Weichtiere. Sein Tagebuch von dieser Expedition gilt bis heute als Klassiker der wissenschaftlichen Literatur.
Die späten Jahre verbrachte er erneut in Berlin, als Kurator der Botanischen Gärten. Seine Übersetzungen und eigenen Gedichte holten politische Themen in die deutsche Poesie und prägten die politischen Dichter der 1840er-Jahre. Der Zugang zu diesem Ort ist übrigens rollstuhlgerecht. Beim Weitergehen bleibt eine Frage: Was würdest du tun, stünde dein Schatten zum Verkauf?
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