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Benno Rosenbaum

Im Pflaster vor dem Haus Kalchstraße 11 in Memmingen liegen kleine Messingtafeln: die Stolpersteine für Benno und Martha Rosenbaum. Du übersiehst sie leicht, denn sie schließen bündig mit dem Boden ab. Jeder trägt einen Namen und eine kurze Biografie.

Benno kommt 1883 zur Welt und gehört in Memmingen zur jüdischen Gemeinde. Die Familie ist in der Stadt angesehen: Bruder Wilhelm führt eine der größten Käsegroßhandlungen der Region. 1921 richten sich antisemitische Unruhen gegen Wilhelm und werfen ihm fälschlich Betrug vor. Später tragen sie den Namen der Familie: Rosenbaum-Unruhen. 1933, mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten, beginnt der Boykott jüdischer Geschäfte. Man verhaftet Wilhelm und bringt ihn anschließend ins Konzentrationslager Dachau. Ihm und seiner Frau gelingt am Ende die Flucht nach Palästina. Benno und seine Frau Martha fliehen 1941 nach Uruguay. Der Abschied von der Heimat und der anhaltende Terror zehren so an Benno, dass er 1944 stirbt.

Die Stolpersteine gehen auf den Künstler Gunter Demnig zurück, der sie in Gehwegen in ganz Europa verlegt. Immer liegen sie vor der Wohnung eines Holocaust-Opfers. An der Kalchstraße 11 liest du sie nur mit gesenktem Kopf, fast wie eine Verbeugung.

Stadt
Memmingen
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