Stefaniewarte
Auf dem 484 Meter hohen Kahlenberg im Wiener Bezirk Döbling steht die Stefaniewarte, ein Aussichtsturm von 1887. Ihren Namen verdankt sie Kronprinzessin Stephanie, der Ehefrau von Kronprinz Rudolf, die den Bau in Auftrag gab. Entworfen haben ihn Ferdinand Fellner und Hermann Helmer. Die beiden Theaterbauer der Donaumonarchie schufen in Wien auch das Ronacher und das Volkstheater.
Der rechteckige Turm misst 22 Meter und trägt oben eine rund 60 Quadratmeter große Aussichtsplattform mit Holzgeländer. Weil man viel Besuch erwartete, entstanden zwei getrennte Treppen mit je 125 Stufen, eine hinauf, eine hinab. Nur eine der beiden ist für Besucher offen. Sein Bau hing mit der Verlängerung der Kahlenbergbahn zusammen, einer Zahnradbahn, die einst Gäste auf den Hügel brachte. Manche Ziegel stammen aus dem alten Maschinenhaus der Seilbahn auf dem benachbarten Leopoldsberg, die 1876 stillgelegt wurde. In den 1980ern übernahm die Stadt Wien den Turm, sanierte ihn zwischen 1990 und 1992 und versah den Treppenausgang mit einer Glasüberdachung. Zum 130. Jubiläum folgte 2017 eine weitere Restaurierung. Die Döblinger Ortsgruppe der Naturfreunde Österreichs betreut ihn.
Schon im späten 19. Jahrhundert sendete man von hier erste drahtlose Telegraphiesignale zur Votivkirche. In den 1950er Jahren trug er Antennen des Österreichischen Rundfunks und beherbergte den ersten UKW-Sender des Landes. Im August 1955 startete hier auch das provisorische Fernsehen Österreichs. Direkt daneben steht seit 1974 ein 165 Meter hoher Sendemast. Fast 300 Meter über der Donau reicht der Blick über das Wiener Becken, die Hügel des Wienerwalds und das Donautal. An klaren Tagen entdeckst du sogar das Leithagebirge und den Schneeberg, den nächstgelegenen Zweitausender, rund 70 Kilometer südwestlich. Ganz in der Nähe steht die barocke Kirche St. Josef auf dem Kahlenberg. Ein Weg führt von dort hinunter in die Weindörfer Grinzing, Nussdorf und Kahlenbergerdorf.
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