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Schloss Bellevue

Schloss Bellevue steht in Berlin am Rand des Tiergartens, direkt an der Spree, und ist der offizielle Amtssitz des Bundespräsidenten. Eine große Parkanlage umgibt das Gebäude, und andere Regierungsgebäude der Stadt liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. Prinz August Ferdinand von Preußen, der jüngere Bruder von König Friedrich II., ließ es 1786 als Sommersitz errichten. Philipp Daniel Boumann entwarf den zweigeschossigen Bau, der als erstes neoklassizistisches Gebäude Deutschlands gilt.

Das Hauptgebäude trägt einen Mittelgiebel auf kunstvollen korinthischen Säulen, und Sandsteinfiguren zeigen Szenen von Landwirtschaft, Fischerei und Jagd. Die Gärten zählten einst zu den schönsten Landschaftsgärten ihrer Zeit. Im Lauf der Jahre wechselte die Nutzung: Schiller und Napoleon waren hier zu Gast. 1844 zog die Vaterländische Galerie ein und zeigte zeitgenössische preußische Kunst. Später quartierte der preußische Hof Bedienstete ein, von Köchen bis zu Wildhütern. Der Zweite Weltkrieg hinterließ nur wenige Außenmauern. Von 1954 bis 1959 baute man das Schloss wieder auf. Der Bundestag machte es zum zweiten Amtssitz des Präsidenten, der bis dahin in Bonn residierte. Seit 1994 ist es Hauptresidenz: Die Büros des Präsidenten stehen südlich davon in einem Gebäude aus Glas und schwarzem Granit.

Heute dient es vor allem der Repräsentation: Staatsbesuche, Neujahrsempfänge und Amtseinführungen. Allein der Ovale Saal hat den Originalzustand des 18. Jahrhunderts bewahrt. Im Ballsaal, den Carl Gotthard Langhans 1791 entwarf, finden weiterhin Empfänge statt. Nur zu besonderen Gelegenheiten ist es öffentlich zugänglich, einmal im Jahr sogar an einem Tag der offenen Tür. Führungen gibt es, doch sie verlangen eine Anmeldung lange im Voraus. Ein Blick auf die Fahne verrät dir jederzeit, ob der Präsident im Haus ist: Weht sie, residiert er gerade.

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Berlin
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