Palau Güell
Der Palau Güell steht im Zentrum Barcelonas und verbindet ein Stadthaus mit früher Modernisme-Architektur. Antoni Gaudí entwarf es für den Industriellen und Kunstmäzen Eusebi Güell. Der Bau entstand zwischen 1886 und 1890 als Wohnsitz und als Ort für gesellschaftliche Empfänge.
Große Tore aus Schmiedeeisen zeigen parabolische Bögen, Seetangmotive und Formen wie Pferdepeitschen. Eine Rampe führte Pferde und Kutschen direkt in den Kellerstall. Dort lagen auch die Räume der Dienerschaft, während Gäste über die Treppe den Empfangsraum erreichten. Hoch sitzende Fenster erlaubten der Familie, ankommende Besucher vor der Begrüßung zu beobachten. Der große Festsaal besitzt eine hohe Decke mit kleinen Öffnungen nahe der Oberseite. Außen aufgehängte Laternen erzeugten nachts den Eindruck eines Sternenhimmels im Inneren.
Auf dem Dach stehen eigenwillige Schornsteine, die Gaudís Umgang mit Licht, Raum und Formen weiterführen. Risse im ursprünglichen Stein führten zu einer Restaurierung, die im April 2011 abgeschlossen wurde. Seit 1984 gehört das Gebäude zum UNESCO-Welterbe „Werke von Antoni Gaudí“. Mercè Güell i López schenkte es 1945 der Provinzverwaltung von Barcelona für kulturelle Zwecke. Besonders bleibt der Moment, in dem ein Wohnhaus durch kleine Deckenöffnungen einen künstlichen Nachthimmel erhielt.
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