Kaisergruft
Die Kaisergruft liegt unter der Kapuzinerkirche und dem Kapuzinerkloster in Wien. Zehn miteinander verbundene Gewölbe bewahren hier die sterblichen Überreste der Habsburger.
Die Begräbnisstätte entstand auf Anregung Anna von Tirols und wurde 1632 geweiht. Seit 1633 fanden hier 145 Habsburger ihre letzte Ruhe, darunter zwölf Kaiser und achtzehn Kaiserinnen. Erweiterungen unter Leopold I., Joseph I., Karl VI. und Maria Theresia fügten neue Räume hinzu. Eine Kuppel von 1754 lässt natürliches Licht in den nach ihr benannten Bereich. Zwischen schlichten Truhenformen und prunkvollen Rokokosarkophagen zeigen 107 sichtbare Metallsärge die Entwicklung höfischer Grabkunst.
Besonders eindrucksvoll wirkt der Doppelsarkophag von Maria Theresia und ihrem Gemahl Franz Stephan. Sein Deckel wiegt etwa 1.700 Kilogramm und schützt einen hölzernen, mit Seide umwickelten Sarg. Die Kapuziner betreuen die Gewölbe, während Klimatisierung und Restaurierungen die empfindlichen Metallarbeiten bewahren. Ein altes Begräbnisritual endet mit den Worten „ein armer Sünder“, bevor die Mönche den Sarg einlassen.
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