Fraumünster
Das Fraumünster in Zürich steht auf den Überresten eines 853 gegründeten Benediktinerinnenklosters für adlige Frauen. Ludwig der Deutsche gründete das Kloster für seine Tochter Hildegard.
Über Jahrhunderte verband die Abtei religiöse Aufgaben mit politischer Macht, denn ihre Äbtissin prägte auch Zürichs Stadtregierung. Die Auflösung des Klosters erfolgte 1524 während der Reformation.
Heute gehört die erhaltene Kirche zu einer reformierten Zürcher Kirchgemeinde und verbindet romanische, gotische und moderne Elemente. Im Chor leuchten fünf Glasfenster von Marc Chagall aus dem Jahr 1970.
Jedes Fenster trägt eine eigene dominante Farbe und erzählt eine biblische Szene, darunter Jakobs Traum und Moses’ Blick auf sein Volk. Augusto Giacometti schuf 1940 ein neun Meter hohes Fenster im nördlichen Querschiff.
Unter dem Chor liegt eine Krypta aus dem neunten Jahrhundert mit einer Ausstellung zur Reformation, Architektur und Zürcher Geschichte. Multimediale Darstellungen zeigen die Entwicklung von der Romanik zur Gotik.
Der Kreuzgang bewahrt Fresken von Paul Bodmer, während die Orgel mit 6.959 Pfeifen im Kanton Zürich die grösste ist. Das Fraumünster trägt den Status eines Kulturguts von nationaler Bedeutung.
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