Hirtenturm
Der Hirtenturm steht am Main in Würzburg und bewahrt einen Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Als südwestlicher Eckturm schützte er einst den erweiterten Stadtteil Sand, das Benediktinerkloster St. Stephan und die Bewohner. Die heutige Gestalt entstand 1642 als niedriger, quadratischer Turm mit Schießscharten an der Außenmauer.
Sein Vorgänger Roren war ein runder Turm, den Ochsenfurt 1504 wegen seiner Bauform besichtigen wollte. Im Bauernkrieg von 1525 wurde Roren zerstört, danach entstand an dieser Stelle die sogenannte Neue Letz. Ab 1641 verstärkte die Stadt die Südwestecke erneut und baute die Hirtenturmschanze. Im frühen 18. Jahrhundert integrierte Balthasar Neumann den Turm in die alte Infanteriekaserne. Dort diente er als Soldatengefängnis, bevor Bombenschäden von 1945 die Kaserne schwer trafen.
Nach dem Abriss der Kasernenruinen wurde der freigelegte Turm in seiner ursprünglichen Form wiederaufgebaut. Hirten mieteten hier früher Räume und beobachteten vom Turm aus ihr Vieh am Main. Ein kleines Tor unter dem Bauwerk führte direkt zum Flussufer. Heute nutzt der 1. Kage Elferrat Würzburg 1935 e.V. den denkmalgeschützten Turm als Vereinsheim.
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