DenkOrt Deportationen Sommerhausen
Der DenkOrt Deportationen Sommerhausen steht in Sommerhausen im Garten vor der Kapelle St. Maria, einer ehemaligen Synagoge. Im Mittelpunkt liegt eine Gepäckskulptur, die wie ein Rucksack gestaltet ist. Der stille Erinnerungsort macht die jüdische Geschichte des Dorfes an einem konkreten Platz sichtbar. Die ehemalige Synagoge verbindet den heutigen Gedenkort mit der jüdischen Geschichte Sommerhausens.
Jüdisches Leben ist in Sommerhausen seit der frühen Neuzeit belegt und prägte den Ort über mehrere Jahrhunderte. Im Jahr 1933 bestand dort noch eine jüdische Gemeinschaft. Verfolgung, wirtschaftliche Boykotte und erzwungene Flucht zerstörten diese Gemeinschaft, während die Synagoge 1938 beschädigt wurde. Neun Menschen aus Sommerhausen überlebten die Deportation nicht. Der Rucksack gehört zum regionalen Projekt DenkOrt Deportationen 1941–1944 und verweist auf den Würzburger Hauptbahnhof. Sein Gegenstück steht dort bei Gepäckskulpturen anderer fränkischer Gemeinden. Diese Verbindung führt von den Verlusten des Dorfes zur Geschichte der Deportationen aus der Region. Im Freien bleibt der Ort frei sichtbar und bewahrt einen stillen, respektvollen Charakter.
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Foto: wikimedia
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