DenkOrt Deportationen Sommerhausen
Der DenkOrt Deportationen Sommerhausen steht im Garten vor der Kapelle St. Maria, dem Gebäude der ehemaligen Synagoge. Eine Rucksackskulptur bildet den Mittelpunkt dieses stillen Erinnerungsortes. Sie gehört zum regionalen Projekt DenkOrt Deportationen 1941–1944 und besitzt ein Gegenstück vor dem Würzburger Hauptbahnhof. Dort stehen Gepäckskulpturen aus weiteren fränkischen Gemeinden nebeneinander. Der Garten zeigt die Skulptur unmittelbar neben dem historischen Sakralbau.
Die Geschichte dahinter beginnt mit jüdischem Leben, das in Sommerhausen seit der frühen Neuzeit belegt ist. Viele Gemeindemitglieder arbeiteten später im Weinhandel. Verfolgung, wirtschaftliche Boykotte und erzwungene Flucht zerstörten die Gemeinschaft, während die Synagoge im Novemberpogrom beschädigt wurde. Nach ihrer Auflösung diente sie als Lager, bevor sie zum Ort dieses Gedenkens wurde. Menschen aus Sommerhausen wurden deportiert, niemand von ihnen überlebte. Der Rucksack verbindet die Verluste des Dorfes mit dem größeren System der Deportationen und macht die Erinnerung am ehemaligen Gotteshaus sichtbar.
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Foto: wikimedia
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