Piazza Vittorio Veneto
Die Piazza Vittorio Veneto liegt in Palermo am Ende der Via Libertà und öffnet sich als großer, etwa hundert Meter breiter Platz. In ihrer Mitte steht ein Obelisk auf einem Sockel, umgeben von Skulpturen und einer halbkreisförmigen Kolonnade. Die Frau und das junge Mädchen am Sockel verkörpern Italien und Sizilien.
1910 beschließt Palermo das Denkmal zum fünfzigsten Jahrestag von Garibaldis Ankunft und der italienischen Einigung. Ernesto Basile entwirft den Obelisken, Antonio Ugo gestaltet die Figuren sowie die Reliefs „Die Schlacht“ und „Der Triumph“. Später verändert der Erste Weltkrieg die Bedeutung des Ortes: Das Ensemble wird zum Ehrenmal für gefallene sizilianische Soldaten erweitert. Mario Rutellis geflügelte Victoria krönt den Obelisken, während die Exedra den Hintergrund bildet. Eine Tafel auf der Rückseite trägt das italienische Siegesbulletin und verweist auf die Kapitulation Österreichs.
Am 4. November 1930 wird die Victoria während einer faschistischen Zeremonie aufgesetzt, an der 5.000 Jugendliche teilnehmen. Ein Jahr später folgt die Exedra, und der Platz erhält dadurch seine bis heute prägende monumentale Gestalt. Betrachtet man die verschiedenen Teile gemeinsam, begegnen sich Liberty-Stil, lokale Bildhauerkunst, nationale Einigung und politische Erinnerung.
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