Klein St. Martin
Klein St. Martin steht in Köln als erhaltener viergeschossiger Turm einer ehemaligen Pfarrkirche. Ursprünglich prägte das Gotteshaus gemeinsam mit Groß St. Martin und weiteren historischen Bauten das Rheinpanorama. Seine Geschichte begann vermutlich in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, nachdem die Stadtmauer das Rheinufer einbezogen hatte. Frühe Urkunden nennen den Bau im frühen zwölften Jahrhundert als Klein St. Martin.
Zwischen 1460 und 1486 entstand eine fünfschiffige Hallenkirche mit neuem Westturm. Der Baumeister Johann von Langenberg vollendete 1489 das Gewölbe der Kirche. Eine Orgel von Vitus ten Bendt ergänzte den Innenraum 1554 und gelangte später nach Porz-Urbach. 1802 endete der Pfarrbetrieb durch die Säkularisation, danach fiel die Gemeinde an St. Maria im Kapitol. Das Kirchenschiff wurde um 1824 wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Turm blieb für die Glocken von St. Maria im Kapitol erhalten. Im Zweiten Weltkrieg erlitt er schwere Schäden und wurde anschließend wiederaufgebaut.
Heute trägt der Turm ein niedriges pyramidenförmiges Dach im romanischen Stil. Auf seiner Spitze dreht sich eine Wetterfahne von Elmar Hillebrand mit Martin von Tours. Eine kleine Kapelle entstand 1954 im unteren Bereich, später ergänzt durch Bronzeportal und Tabernakel. Heribert Calleen gestaltete diese Arbeiten Anfang der sechziger Jahre. Als Baudenkmal bewahrt der Turm damit sichtbare Spuren von Kirche, Krieg und Wiederaufbau.
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