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Kino Babylon

Am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte, direkt gegenüber der Volksbühne, steht das Kino Babylon in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex. Hans Poelzig entwarf und baute das Haus zwischen 1928 und 1929. Der Bau gehört zur Neuen Sachlichkeit, die nüchterne Zweckmäßigkeit mit der emotionalen Wirkung von Farbe und Form verbindet. Daneben wirkte Poelzig als Bühnenbildner und stattete 1920 den Golem-Stummfilm aus.

An der Fassade erkennst du das Prinzip: Fensterreihen und ein weit überkragendes Dachgesims bilden horizontale Streifen. Du betrittst ein geräumiges Vestibül in Grau, Rot und Gelb. Der Saal dahinter leuchtet in schattiertem Gelb mit roten Akzenten. Samt überzieht die Sitze, und rote Farbe ziert die hölzernen Türen und Lüftungsgitter. 1929 öffnete das Haus als Stummfilmkino mit Orchestergraben und eigener Kinoorgel. 1948 machte eine Renovierung daraus ein Spezialkino der DDR.

In den neunziger Jahren musste der Saal wegen statischer Risiken schließen. Die Restaurierung von 1999 bis 2001 sanierte Dach und Decke, tauschte hölzerne Balken gegen Stahlträger und stellte die Fassade wieder her. Festivals wie das Berlin Independent Film Festival oder das Türkische Film Festival Berlin laufen an den drei Leinwänden, zeitweise auch die Berlinale. Ein seltenes Stück ist die restaurierte Kinoorgel: die einzige in Deutschland, die noch an ihrem ursprünglichen Standort erklingt.

Stadt
Berlin
Aktualisiert

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