Fundamente St. Johann
Fundamente St. Johann liegen südlich des Augsburger Doms und zeigen die freigelegten Mauern der ehemaligen Kirche St. Johannes der Täufer. Ihr Bau begann ungefähr um das Jahr 960. Sie diente der Dompfarrei als Pfarrkirche und blieb trotz späterer Veränderungen eine wichtige Taufkirche. Der Kirchenbau verschwand 1808 beim Einebnen des Domplatzes. Bei archäologischen Grabungen wurden Ziegelmauern und markierte Grundrisse in einem offenen Grabungsbereich sichtbar. Unter der Kirche liegt eine römische Peristylvilla aus dem frühen zweiten Jahrhundert.
Ihre Räume umgaben einen Innenhof mit Säulen. Die Villa besaß ein Badehaus, eine Fußbodenheizung und später erweiterte Räume mit einer großen Halle. Ein Brunnen lag in einem großen Raum mit möglicher Bedeutung für frühchristliche Taufen. Im sechsten oder siebten Jahrhundert entstand darüber eine christliche Kapelle mit Baptisterium. Der römische Brunnen diente erneut als Taufbecken. Im zehnten Jahrhundert machten diese Bauten der Kirche St. Johannes Platz. Heute zeichnen Pflastersteinreihen die antiken Strukturen nach, während der nördliche Villenteil unter dem Domplatz verborgen bleibt. Der Ort verbindet römische und mittelalterliche Geschichte. Die sichtbaren Schichten erzählen von Augsburgs Entwicklung, von Augusta Vindelicum über die Dompfarrei bis zum heutigen Stadtzentrum.
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