Sint-Annakapel
Die Sint-Annakapel, auch Keizerskapel genannt, steht in Antwerpen und entstand zwischen 1513 und 1514. Die Droogscheerdersgilde, die Tuchscherergilde, ließ sie errichten.
Später diente das Gebäude der lutherischen Gemeinde und der Sint-Willibrordus-Pfarrei. Die Nutzung der Kapelle wechselte mehrfach.
Im späten siebzehnten Jahrhundert erhielt die Kapelle spätgotische Sterngewölbe, einen Marmorboden und eine neue Empore. Ein Portal aus blauem Naturstein ergänzt den Sandsteinbau.
Ein sechseckiger Dachreiter trägt den Glockenturm der kleinen, geosteten Saalkirche. Im Inneren stehen Ausstattungsstücke aus mehreren Jahrhunderten.
Der Hauptaltar stammt von 1653, die nördlichen Beichtstühle von 1657 und 1658, die Kanzel von 1689 bis 1691. Die Chorgestühle entstanden 1790.
Die Orgel baute Henri Mondt-Groenewout 1864. Holzfiguren zeigen unter anderem Johannes den Täufer und Petrus.
Mehrere Heiligenstatuen werden Jan Van den Cruys zugeschrieben und entstanden zwischen 1638 und 1649. Auch ein Reliquiar für den heiligen Liborius gehört zur Ausstattung.
Nach einer Restaurierung durch die Europäische Universität wurde die Kapelle 1994 wieder eröffnet. Ihre Geschichte verbindet Antwerpener Gildetraditionen mit religiösen und künstlerischen Veränderungen.
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