Amtshaus I
Amtshaus I steht in Zürich und gilt als letztes erhaltenes Gebäude des ehemaligen Oetenbachklosters. Es trägt auch den Namen Waisenhaus.
Das Gebäude liegt am westlichen Ufer der Limmat, außerhalb des mittelalterlichen Zürcher Stadtkerns. Seine Geschichte umfasst religiöse, soziale, militärische und administrative Nutzungen.
Im Erdgeschoss befand sich bereits 1637 ein Waisenhaus, während der Westflügel später als Gefängnis diente. 1776 erhielt die Südfassade eine schlichte barocke Gestaltung und ein zusätzliches Stockwerk.
Zwischen 1799 und 1802 nutzte man Amtshaus I als Militärspital. Nach mehreren Umbauten wurde es 1911 zum Hauptsitz der Stadtpolizei Zürich.
Die Giacometti-Halle bildet heute den bekanntesten Innenraum des Gebäudes. Augusto Giacometti gestaltete sie zwischen 1923 und 1925 mit Fresken.
Blumenornamente, geometrische Muster und Darstellungen von Steinmetzen, Schreinern, Astronomen und Magiern bedecken Wände und Gewölbe. Wegen ihrer vielen Blumenmotive heißt die Halle auch Blüemlihalle.
Die Malereien verbinden al fresco und al secco und geben dem ehemaligen Kellergewölbe eine besondere Wirkung. Die Giacometti-Halle gilt als Kunstwerk von nationaler Bedeutung und als Schweizer Kulturgut der Klasse A.
Amtshaus I gehört zum Urania-Komplex, den Gustav Gull zwischen 1911 und 1914 integrierte. Das Gebäude bewahrt damit Spuren des Klosters, des Waisenhauses, des Gefängnisses und der Zürcher Stadtverwaltung.
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