Marienkapelle
Die Marienkapelle steht am Würzburger Marktplatz und verbindet eine große spätgotische Kirche mit dem Rang einer Kapelle. Drei Schiffe, fünf Joche und achteckige Pfeiler prägen den Innenraum. Das Mittelschiff erreicht mehr als 21 Meter Höhe und überragt die Seitenschiffe nur wenig. Drei gotische Portale führen in den Bau: die Brautpforte im Süden, die Goldene Pforte im Westen und das nördliche Portal.
Der heutige Bau begann 1377 unter Bischof Gerhard von Schwarzburg, der Chor wurde 1392 geweiht. Bestattungen fanden hier bereits 1411 oder 1412 statt. Tilman Riemenschneider und seine Werkstatt schufen in den 1490er Jahren Apostelfiguren sowie Adam und Eva für die Portale. Die Originale stehen heute im Museum, während Kopien ihren Platz einnehmen. Nach schweren Bombenschäden und einem Brand im März 1945 erfolgte der Wiederaufbau zwischen 1948 und 1961. Die erneute Weihe folgte 1962.
Im Inneren erinnern Grabmäler an Jörg Schrimpf, Anna Külwein und Konrad von Schaumburg. Auch Balthasar Neumann, der Architekt der Würzburger Residenz, wurde 1753 hier bestattet. Sein Grab blieb ohne Kennzeichnung, doch eine Bronzetafel erinnert seit den 1950er Jahren an ihn. Über dem Marktplatz erhebt sich die vergoldete Madonna 72 Meter hoch. Die Statue samt Kugel ist fast sechs Meter groß und wiegt etwa 1.200 Kilogramm.
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