Grafeneckart
Der Grafeneckart steht im historischen Rathauskomplex von Würzburg und gilt als ältestes erhaltenes romanisches Profangebäude der Stadt. Sein etwa 55 Meter hoher Turm prägt das Stadtbild und verbindet romanische, Renaissance- und Barockelemente. Der Bau ist barrierefrei zugänglich und bildet einen markanten Ausgangspunkt für die Würzburger Stadtgeschichte.
Die erste Erwähnung als „curia billungi“ stammt aus dem Jahr 1180, bevor Bürgermeister und Rat das Gebäude 1316 für die Stadt erwarben. Damit entwickelte sich der befestigte Bau zu einem sichtbaren Zeichen bürgerlicher Eigenständigkeit gegenüber dem Würzburger Bischof. Im dreizehnten Jahrhundert entstand der Wenzelsaal, der als ältester Profanraum Würzburgs gilt und Ratssitzungen aufnahm. Der Rote Bau kam 1659 und 1660 westlich hinzu, während der Rathauskomplex 1986 durch einen südlichen Flügel erweitert wurde.
Im Erdgeschoss erinnert ein Dokumentationsraum mit Stadtmodell an die Zerstörung Würzburgs durch die Bombardierung von 1945. Vor dem Rathaus steht außerdem der Vierröhrenbrunnen, ein barocker Brunnen aus der Zeit um 1765.
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