Bergkirche Rodaun
Die Bergkirche Rodaun steht am Rand von Wien, nahe dem Wienerwald, im 23. Gemeindebezirk Liesing. Auf einem Hügel thront die barocke Kirche, rund 267 Meter über dem Meeresspiegel. Von dort blickst du auf das Liesingbachtal hinab. Schon von weitem erkennst du den 35 Meter hohen Turm, das deutlichste Wahrzeichen Rodauns. Gleich daneben liegt das Schloss Rodaun, das die private katholische Schule Santa Christiana beherbergt. Über dem Portal prangt das Wappen des 1736 verstorbenen Schlossherrn Philipp Ritter von Rödderstahl. Wo der Turm ansetzt, wachen auf dem Dach zwei Steinfiguren: links die heilige Katharina, rechts die heilige Barbara.
Eleonore von Sauberskirchen, die Besitzerin des Gutes Rodaun, stiftete die Kirche, um einen Wunsch aus dem Testament ihrer Mutter zu erfüllen. Der Wiener Baumeister Johann Enzenhofer errichtete sie zwischen 1739 und 1745 als Zentralbau. Am 23. Juni 1745 folgte die Kirchweihe auf den heiligen Johannes den Täufer. Der Vorgängerbau war 1683 der zweiten Türkenbelagerung Wiens zum Opfer gefallen. 1783 machte Kaiser Joseph II. Rodaun zur eigenen Pfarre. Selbst die Luftangriffe auf Wien im Zweiten Weltkrieg überstand das Gotteshaus unbeschadet. 1954 bekam der Ort eine neue Pfarrkirche, die 1964 die Funktion der Hauptpfarrkirche übernahm.
Im Innern findest du die barocken Ausstattungen weitgehend erhalten. Der Hochaltar zeigt die Taufe Jesu, und die Seitenaltäre zeigen die Heilige Familie sowie Joachim, Anna und Maria. Alle Bilder stammen von Michelangelo Unterberger, einem Maler aus Südtirol. Johann M. Kauffmann aus Wien baute 1905 und 1906 die Orgel mit neobarockem Prospekt. Sie verfügt über zwölf Register, zwei Manuale, Pedal und eine mechanische Spieltraktur. Der ruhige Kirchplatz davor macht sie beliebt für Taufen und Hochzeiten. Gelegentlich gilt sie als Startpunkt oder Endpunkt des Wiener Stadtwanderwegs Nummer 6. Unter dem gesamten Bau aber liegen zwölf Meter Fels. Die Grundmauern darunter stammen von der Befestigung einer Burg, die seit 1405 urkundlich belegt ist.
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