Altmannsdorfer Pfarrkirche St. Oswald
Am dreieckigen Khleslplatz im alten Kern von Altmannsdorf, im zwölften Wiener Gemeindebezirk Meidling, steht die römisch-katholische Altmannsdorfer Pfarrkirche St. Oswald. Erstmals erwähnt wird eine dem heiligen Oswald geweihte Kapelle im Jahr 1290, als das Dorf noch südlich von Wien lag. Beide Türkenbelagerungen Wiens haben sie zerstört, doch jedes Mal baute man sie wieder auf. Der heutige Bau entstand 1838 und 1839 nach Plänen des Architekten Franz Lößl. Baumeister Wenzel Hornek, zugleich erster Bürgermeister von Altmannsdorf, führte ihn aus.
Den Neubau finanzierte Johann Baptist Hoffmann, der das Anwesen 1818 kaufte und erst nach einem Gewinn in der sogenannten Warschauer Lotterie zustimmte. Er verlangte eine eigene Empore für sich und seine Familie, weil er nicht neben den örtlichen Ziegelarbeitern sitzen wollte. Das barrierefrei zugängliche Gebäude ist gegenüber dem Vorgänger um 90 Grad gedreht, einschiffig, mit gerade geschlossenem Chor und Turm an der Nordfront. Nischen neben dem Eingang tragen Johannes den Täufer und die heilige Anna mit Kind, beide verweisen auf die Stifter Johannes und Anna. Die lateinische Inschrift über dem Portal ist ein Chronogramm: Ihre hervorgehobenen Buchstaben ergeben das Jahr 1838. Wenn du eintrittst, siehst du Nazarener-Gemälde bedeutender österreichischer Maler des 19. Jahrhunderts. Am Hochaltar zeigt ein Gemälde von Johann Matthias Ranftl den heiligen Oswald vor der Schlacht gegen Cadwallon, gemalt 1834. Darüber leuchtet ein Glasfenster von Leopold Kupelwieser mit der Heiligen Dreifaltigkeit. Am linken Seitenaltar zeigt Joseph von Führichs Gemälde von 1839 Johannes den Täufer in der Wüste, am rechten Eduard Steinles heilige Anna. Taufbecken und zwei kniende Engel stammen von Johann Nepomuk Schaller, die Orgel von 1838 von Joseph Seyberth.
Vor der Kirche steht eine überlebensgroße Steinfigur des heiligen Augustinus von 1723. Sie erinnert an den früheren Besitz der Unbeschuhten Augustiner und war ursprünglich als Brunnen gestaltet. Doch die Wasseradern unter dem Khleslplatz ließen so stark nach, dass selbst eine Pumpe den Brunnen nicht mehr in Gang brachte. Das restliche Wasser fließt in einen Kanal ab und hält so Kirche und Statue trocken.
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Foto: C.Stadler/BwagCC BY-SA 4.0 
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Foto: BuchhändlerPublic domain 
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