Smart Circular Bridge Ulm
Die Smart Circular Bridge Ulm ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Ulm und Teil eines europäischen Bauprojekts. Ihre verwendeten Biokomposite verbinden Flachsfasern mit biobasiertem Harz. Dieses Harz stammt teilweise aus recycelten PET-Flaschen und Nebenprodukten der Biodieselproduktion, wodurch der Einsatz fossiler Ressourcen sinkt. Ein Vakuuminfusionsverfahren verbindet getränkte Flachsmatten mit Schaumblöcken zur Hauptstruktur. Die Geländer entstehen aus robotergestützt zu dreieckigen Bündeln gewickelten Flachsfasern, die mit Harz befestigt werden. Diese Konstruktion reduziert Gewicht und eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten. Ein strukturelles Überwachungssystem umfasst 42 Sensoren, die Verformungen, Risse und Materialverschleiß kontinuierlich messen. Die Messdaten erreichen Ingenieure in Echtzeit. Eine Lebenszyklusanalyse verfolgt die Umweltwirkungen der Brücke von der Herstellung bis zur Entsorgung. Dabei speichert die Brücke CO₂ während ihrer Lebensdauer. Integrierte Sensoren verwandeln Bewegungen von Passanten und Umwelteinflüsse in Klänge, wodurch die Brücke zum Musikinstrument wird. Gewicht und Geschwindigkeit der Passanten verändern die Töne. Die Klangpalette reicht von Naturgeräuschen über Percussion bis zu spielartigen Klängen und wird über Lautsprecher wiedergegeben. Das Projekt nutzt die Daten als Lernplattform für künftige Brücken, Gebäudestützen und Windturbinenblätter. Die Ulmer Brücke ist eine von drei Demonstrationsbrücken.
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