Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platz
Der Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platz liegt in Ulm und erinnert an die Geschichte Kameruns. Hier verbindet sich ein öffentlicher Ort mit Rudolf Duala Manga Bell, einem Duala-König und Widerstandsführer. Manga Bell wurde 1873 geboren und besuchte Schulen in Douala sowie später das Gymnasium in Ulm. Seine Ausbildung in Kamerun und Europa prägte seine Rolle als politischer Vertreter der Duala.
Zunächst unterstützte er die deutsche Kolonialverwaltung, änderte seine Haltung jedoch beim geplanten Landentzug am Wouri-Fluss. Der deutsche Reichstag plante dort Umsiedlungen, damit europäische Siedlungen entstehen konnten. Manga Bell und andere Häuptlinge widersetzten sich mit Briefen, Petitionen und rechtlichen Argumenten. Als diese Mittel wirkungslos blieben, suchte er Unterstützung bei europäischen Regierungen und afrikanischen Führern.
Die Behörden verhafteten ihn, und ein überstürzter Prozess zu Beginn des Ersten Weltkriegs endete mit einem Todesurteil. Am 8. August 1914 wurde er wegen Hochverrats hingerichtet. In Kamerun wurde Manga Bell dadurch zum Märtyrer und zum Symbol des Widerstands gegen koloniale Unterdrückung. Ulm bewahrt mit diesem Platz die Verbindung zwischen seiner eigenen Stadtgeschichte und dem Kampf der Duala um ihr Land.
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