Obere Gaisenbergbastion (Werk XIX)
Die Obere Gaisenbergbastion, auch Werk XIX genannt, gehört zur Bundesfestung Ulm, einem im neunzehnten Jahrhundert errichteten Befestigungssystem. Sie entstand zwischen 1843 und 1858 unter Vogts Leitung. Die geschlossene Bastion verteidigte die nordöstliche Flanke des Michelsbergs und konnte bis zu 206 Soldaten aufnehmen. Hauptmann Vogt aus Sachsen leitete den Bau. Ihr militärischer Aufbau umfasst eine dreiseitige Mauer mit Hohltraverse, einen trockenen Graben und ein Glacis. Ein rechteckiges Reduit schließt die Anlage an der Kehle ab. Im Vorsprung liegen eine Bonnet-Kasematte und verstärkte sekundäre Flanken an den Schultern der Bastion. Der linke Flankengang dient als öffentlicher Weg. Entlang der erhaltenen Mauer führt der Rondengang, ein gedeckter Wehrgang, durch den historischen Bereich.
1903 wurde die rechte Seite für die Eythstraße entfernt, und der rechte Grabenteil wurde verfüllt. Die Anlage blieb dennoch weitgehend erhalten und erkennbar. 2002 erfolgte die Restaurierung der linken Nebenflanke nach mehreren Brandstiftungen. Während des Zweiten Weltkriegs standen auf der Hohltraverse Flakstellungen. Courtine XVIII liegt westlich, Courtine XX liegt südöstlich. Die Bundesfestung Ulm nummerierte ihre Werke mit römischen Zahlen. Werk XIX verweist damit auf die Einordnung dieses Bauwerks in den Verteidigungsplan der Stadt. Erhaltene Mauern, öffentliche Wege und neue Nutzungen verbinden die Festung mit Ulms modernem Stadtbild.
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