Rotes Haus
Das Rote Haus steht am geschäftigen Marktplatz von Trier und fällt durch seine kräftig rote Sandsteinfassade sofort auf. Drei Geschosse tragen einen zweigeschossigen Giebel, der wie eine Krone über der markanten Silhouette sitzt. Renaissanceformen prägen das Bürgerhaus, das Wolfgang Stuppeler 1684 für Johann Wilhelm Polch errichtete.
Im Dezember 1944 zerstörten schwere Kriegsschäden das Gebäude nahezu vollständig. Zwischen 1968 und 1970 entstand es wieder, wobei seine Renaissancegestalt sorgfältig zurückkehrte. Die Wiederaufbaugeschichte verbindet die auffällige Fassade mit den tiefen Einschnitten, die Trier im Zweiten Weltkrieg erlebte.
Über den Fenstern leuchten goldene lateinische Worte mit dem stolzen Anspruch, Trier sei 1300 Jahre älter als Rom. Dahinter steht die im 12. Jahrhundert erwähnte Sage, der assyrische Prinz Trebeta habe Trier vor Rom gegründet. Historisch stimmt diese Erzählung nicht, doch ihr Motto spendete nach Kriegen und Bevölkerungsverlusten Hoffnung. Hoch oben steht in einer Nische der heilige Antonius von Padua über dem Marktplatz. Im Erdgeschoss lädt heute ein Café dazu ein, die rote Fassade mitten im Marktleben zu betrachten.
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