Sankt Severin
Sankt Severin steht in Keitum auf Sylt und ist eine lutherische Pfarrkirche mit romanischer Architektur. Ihr Dach stammt nach Untersuchungen aus dem Jahr 1216. Die Kirche wurde 1240 erstmals erwähnt und gilt als älteste Kirche Schleswig-Holsteins. Der fast quadratische Turm entstand um 1450. Der gotische Ziegelbau diente Seefahrern als Navigationszeichen und zeitweise als Gefängnis. Schiff, Chor und Apsis bestehen aus Granit, Tuff und Ziegeln. Das Kirchenschiff, der eingezogene Chor und die halbrunde Apsis zeigen die Verbindung dieser Materialien. Kreuzbogen- und Stufenfriese schmücken dabei die Außenwände.
Im Inneren bewahren Holzvertäfelungen und Bänke ihre hellgrüne Farbgebung aus der Restaurierung von 1985. Das Bentheimer Sandstein-Taufbecken stammt aus dem Jahr 1230. Es steht auf einem Sockel mit vier Löwen und ist das älteste Stück der Kirche. Der spätgotische Altaraufsatz prägt den Innenraum deutlich. Er zeigt Gottvater mit dem auferstandenen Christus, Maria und Bischof Severin. Eine Orgel von 1999 ist die größte in Nordfriesland. Der Ort war zuvor ein Heiligtum für Odin und andere germanische Götter. Die Legende nennt den dänischen König Knut den Großen. Nach Pest und Sturm restaurierten Missionare aus Köln die Kirche im vierzehnten Jahrhundert. Seit 1544 ist Sankt Severin eine lutherische Kirche.
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