Temple Neuf
Der Temple Neuf steht in Frankreich an einem Ort, an dem seit dem Mittelalter Glaube, Lernen und Musik zusammenfinden. Dominikanermönche gründeten hier im Mittelalter eine Kirche. Nach der Eingliederung Straßburgs in Frankreich übernahmen Protestanten den Raum, während das Münster katholisch wurde. Der Chor beherbergte lange städtische und universitäre Bibliotheken. Im Jahr 1870 zerstörte ein Kriegsbrand das Gebäude und vernichtete zugleich einen großen Bestand an Büchern. Das heutige Bauwerk entstand 1877 im neuromanischen Stil. Sein musikalischer Mittelpunkt ist die Merklin-Orgel, die mit ihrem symphonischen Klang Musiker und Musikliebhaber anzieht. Der Klang dieser Orgel prägt den Innenraum seit dem Wiederaufbau. Der Temple Neuf verbindet lutherische Gottesdienste mit interreligiösem Austausch, Konzerten, Ausstellungen und Begegnungen. So bleibt die Kirche für viele ein lebendiger Ort. Der Wiederaufbau gab dem Ort eine neue Gestalt und bewahrte seine Verbindung mit religiösem Leben und Bildung. Diese Geschichte bleibt an den Mauern ablesbar. Im Kirchenraum treffen schlichte neuromanische Formen auf die besondere Präsenz des Instruments. Die Orgel bildet dabei einen klaren Anker.
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