Michelson-Haus
Das Michelson-Haus in Potsdam entstand als Sitz der Königlichen Sternwarte für Astrophysik und gehört zur Architekturgeschichte der Stadt. Die Sternwarte arbeitete auf dem historischen Telegrafenberg.
Der Architekt Paul Emanuel Spieker entwarf den Bau mit zwei Hauptflügeln und klarer wissenschaftlicher Funktion. Der Nordflügel folgt einer Meridianlinie.
Der Südflügel trägt drei Beobachtungstürme mit Teleskopen, die vor allem der Sonnenbeobachtung dienten. Ein Teleskop befindet sich weiterhin im Ostturm.
Im Keller führte Albert A. Michelson Experimente zur Bewegung der Erde gegenüber dem hypothetischen Äther durch. Seine Messungen beeinflussten die moderne Physik und Relativitätsforschung.
Die Sternwarte zeichnete außerdem erstmals ein Erdbeben in der Nähe Japans aus der Ferne auf und stärkte damit die Seismologie. Dieser Schritt verbesserte geophysikalische Messmethoden.
Nach einem umfassenden Wiederaufbau zog das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in das Michelson-Haus ein. Das Gebäude umfasst einen unterirdischen Anbau.
Dort arbeitet ein Hochleistungsrechner für die Forschung, während die mittlere Kuppel als Seminar- und Konferenzraum dient. Der Bau verbindet historische Instrumente mit aktueller Klimaforschung.
Sein Name erinnert an Michelsons Experimente und an die wissenschaftliche Geschichte des Standorts. Die erhaltenen Türme machen diese Geschichte am Gebäude sichtbar.
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