Michelson-Haus
Das Michelson-Haus steht in Potsdam und gehört zur Architektur des historischen Wissenschaftsstandorts Telegrafenberg.
Paul Emanuel Spieker entwarf es als Sitz der Königlichen Sternwarte für Astrophysik. Die Sternwarte entstand 1879 und verband astrophysikalische Forschung mit astronomischer Beobachtung. Ihr Nordflügel folgt einem Meridian, der Südflügel trägt drei Beobachtungstürme mit Teleskopen. Die Teleskope dienten vor allem der Beobachtung der Sonne.
Im Keller führte Albert A. Michelson 1881 Experimente zur Bewegung der Erde gegenüber dem hypothetischen Äther durch. Seine Messungen legten wichtige Grundlagen für Einsteins Relativitätstheorie. Die Arbeit brachte Michelson 1907 den Nobelpreis und machte das Haus zu einem Ort der Wissenschaftsgeschichte. Auch die erste Fernaufzeichnung eines Erdbebens nahe Japan gelang der Sternwarte 1889. Damit entwickelte sich die Seismologie als geophysikalische Disziplin weiter.
Nach umfangreichen Umbauten zog 2001 das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in das Michelson-Haus ein. Das Gebäude umfasst einen unterirdischen Anbau mit einem Hochleistungsrechner. Im Ostturm steht ein Teleskop, die mittlere Kuppel dient als Seminar- und Konferenzraum. Das Michelson-Haus verbindet historische Beobachtungstechnik mit Klimafolgenforschung.
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