St. Rochusfriedhof
Der St. Rochusfriedhof liegt im Nürnberger Stadtteil Gostenhof und bewahrt Spuren der Stadtgeschichte außerhalb der alten Stadtmauer. Seine Anlage diente den Pestopfern der frühen Neuzeit. Die Stadt richtete ihn als Begräbnisstätte ein, nachdem eine Pestepidemie Nürnberg geprägt hatte. Der Friedhof liegt bewusst außerhalb der alten Stadtmauer Nürnbergs.
Die St. Rochuskapelle entstand im frühen sechzehnten Jahrhundert nach einem Entwurf von Hans Beheim dem Älteren. Ihre spätgotische Architektur prägt den Charakter des Friedhofsgeländes. Historische Grabsteine zeigen den Wandel von einfachen Sandsteinplatten zu Formen mit gewölbten Abschlüssen und Schnitzereien. Die ältesten Platten stammen aus dem sechzehnten Jahrhundert.
Bronzene und messingene Epitaphe tragen individuelle Entwürfe und machen die flachen Grabplatten zu markanten Zeugnissen. Diese Epitaphe unterscheiden die Grabstellen auf besondere Weise. Johann Pachelbel und Peter Vischer der Ältere zählen zu den bekannten Bestatteten auf dem Friedhof. Der Friedhof steht unter der Betreuung der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Seine erhaltenen Inschriften und Grabmale verbinden Kunstgeschichte, Stadtgeschichte und die Erinnerung an Nürnberger Persönlichkeiten. Der Zugang zum Friedhof ist als rollstuhlgerecht vermerkt.
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