İsmail Yaşar
In Nürnberg führt dich dieser historische Ort in ein dunkles Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte. Ismail Yaşar wurde hier als Betreiber eines Dönerladens Opfer rassistisch motivierter Gewalt. Die Stadt verbindet mittelalterliche Architektur mit Erinnerungen an Verbrechen der Gegenwart. Sein Tod steht für die Menschen, die der rechtsextreme Nationalsozialistische Untergrund ins Visier nahm.
Der Nationalsozialistische Untergrund ermordete zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen, darunter vor allem türkischstämmige Kleinunternehmer. Ismail Yaşar wurde 2005 mit fünf Schusswunden tot aufgefunden. Er war das dritte NSU-Opfer in Nürnberg. Ermittlungen richteten sich zunächst fälschlich auf organisierte Kriminalität innerhalb migrantischer Gemeinschaften. Dadurch blieben rechtsextreme Motive und die Zusammenhänge zwischen den Morden lange unerkannt. Erst 2011 wurde die Gruppe aufgedeckt, bevor der Prozess ab 2013 auch Versäumnisse von Polizei und Nachrichtendiensten sichtbar machte. Der Ort erinnert damit an die Folgen von Rassismus und an die Verantwortung, institutionelle Fehler nicht zu wiederholen.
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