St. Nikolaus
St. Nikolaus steht in Mittenwald, Bayern, als katholische Friedhofskirche zwischen der Stadt und den Bergen. Die spätgotische Außenansicht zeigt ein dreijochiges Langhaus, einen zweijochigen Chor und eine dreiseitige Apsis. Der Turm trägt ein achteckiges Obergeschoss und eine hohe doppelte Zwiebelhaube aus dem 18. Jahrhundert.
Die Gemeinde errichtete den Bau 1447 für Flößer, deren Holztransporte auf der Isar nahe dieser Stelle anlegten. Daher heißt die Kirche auch Flößerkirche. Während des Baus von St. Peter und Paul zwischen 1738 und 1748 begannen hier die ersten Bestattungen. 1836 verlegte man den Friedhof vollständig hierher, wodurch dieser Ort zur Hauptfriedhofskirche Mittenwalds wurde. Ein erhaltenes Maßwerkfenster an der östlichen Chorwand gehört zu den ältesten sichtbaren Bauteilen.
Im Inneren überspannt ein Netzgewölbe den Raum, dessen Rippen farbige Reliefschlusssteine tragen. Der zweisäulige Hochaltar von 1672 zeigt den heiligen Nikolaus als Patron der Flößer in einer Abendszene. Eine Madonna auf der Mondsichel entstand kurz nach 1500. Dazu kommen vierzehn Kreuzwegstationen und sechs Zunftstangen aus der Zeit um 1800. An der Außenwand erinnert eine Gedenktafel an Matthias Klotz, der von 1653 bis 1743 lebte und als Begründer des Mittenwalder Geigenbaus gilt.Etwas Besonderes liegt direkt vor den Altarstufen: Dort markiert eine 1988 erneuerte Grabplatte das Grab von Johann Ludwig Haydorn, der 1703 starb.
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