Telehaus
Das Telehaus steht in Mainz an der Südseite des Münsterplatzes, direkt an der Kreuzung mit der Schillerstraße. Seine kubisch gegliederte Baugruppe staffelt sechseinhalb und vier Geschosse über dem Straßenraum. Heller Edelputz, dunkle Fensterkreuze sowie Muschelkalk und Klinker prägen die schlichte Fassade.
Der Bau entstand zwischen 1928 und 1930 nach einem Wettbewerb von 1926, gemeinsam mit dem Finanzamt. Die winklige Stahlbetonskelettkonstruktion erlaubte flexible Grundrisse, weil sich Trennwände entfernen oder ergänzen ließen. Unter dem Gebäude liegt ehemaliges Gelände des Altmünsterklosters mit saurem Grundwasser und sumpfigem Boden. Deshalb reicht das säuregeschützte Stahlbetonfundament fünf bis sieben Meter tief in den Untergrund. Der Luftangriff vom 27. Februar 1945 brannte sämtliche Geschosse aus, während die technische Ausstattung weitgehend zerstört wurde.
Bis 1950 kehrten Gebäude und Fernmeldetechnik vollständig zurück, heute arbeiten dort Telekom-Einrichtungen und Ver.Di. Ein begehbares Flachdach, Eichholzleisten an den Treppen und Linoleum in fast allen Räumen bewahren den funktionalen Charakter.
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