Stadioner Hof
Der Stadioner Hof steht in Mainz als barockes Palais im Bleichenviertel, dem ersten barocken Viertel der Stadt. Breite Straßen und ein regelmäßiges Raster prägen die Umgebung. Anselm Franz von Ritter zu Groenesteyn entwarf den Bau für die luxemburgische Familie von Rollingen. Die Arbeiten begannen 1728 und endeten 1733.
Anton Heinrich Friedrich von Stadion erwarb das Palais 1737. Dadurch erhielt es seinen heutigen Namen und eine neue Verbindung zur Mainzer Adelsgeschichte. Der französische Klassizismus zeigt sich am schlichten Corps de Logis mit dreieckigem Giebel. Ein Allianzwappen und eine Grafenkrone schmücken diesen oberen Abschluss.
Sechs kunstvolle Konsolen tragen den Balkon, wobei die äußeren Löwenfelle zeigen. Seitenflügel und Hof fehlen, die große Barocktreppe verschwand 1927. Nach der Nutzung als Justizpalast und militärische Kommandozentrale erlitt das Gebäude im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Französische Besatzungstruppen restaurierten 1949 die barocke Fassade, deren ursprüngliche Farben in den frühen neunziger Jahren zurückkehrten.
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