Gautor
Das Gautor in Mainz gehört zur Architektur der Stadt und erinnert an ihre frühere Befestigung. Es entstand im siebzehnten Jahrhundert als Teil des städtischen Verteidigungssystems. Die Anlage war Bestandteil eines Festungsrings, der Mainz umgab und mehrere Zugänge zur Stadt sicherte. Seine rote Sandsteinfassade trug barocke Verzierungen und Skulpturen mit religiösen Motiven.
Besonders auffällig ist die Darstellung des heiligen Martin zu Pferd. Martin teilt seinen Mantel mit zwei Bettlern. Das Tor verband Mainz außerdem mit der Landschaft, die im Mittelhochdeutschen als „Gau“ bezeichnet wurde. Seine Geschichte umfasst auch die Einnahme von Mainz durch Adolph von Nassau und seine Truppen.
Das ursprüngliche Gautor wurde später vollständig abgerissen. Die äußere Fassade wurde nahe dem ursprünglichen Standort rekonstruiert und bewahrt so die historische Gestalt des Bauwerks. Repliken der ursprünglichen Skulpturen ergänzen die rekonstruierte barocke Gestaltung. Am Bauwerk treffen dadurch Sandstein, Festungsgeschichte und religiöse Bildsprache aufeinander. Gautor bezeichnet damit einen Ort, an dem sich Mainzer Stadtgeschichte an einem konkreten Bauwerk zeigt. Die Fassade macht den früheren Zugang zur Stadt anschaulich. Auch der Name verweist auf die Verbindung zwischen Mainz und dem umliegenden Gau.
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