Dativius-Victor-Bogen
Der Dativius-Victor-Bogen in Mainz zeigt römische Architektur und gehört zur Geschichte des antiken Mogontiacum. Seine Entstehung reicht in das dritte Jahrhundert zurück.
Ursprünglich bildete der Bogen einen Teil einer Säulenhalle bei einem öffentlichen Gebäude. Seine Söhne errichteten ihn zu Ehren des verstorbenen Dativius Victor.
Die vollständig erhaltene Stifterinschrift nennt das Kaiserhaus und Jupiter als Empfänger der Widmung. Dativius Victor erscheint dabei in priesterlicher Funktion.
Weinrankenreliefs schmücken die Außenseiten, während ein Tierkreis die Vorderseite des Bogens ziert. Der Schlussstein zeigt Jupiter und Juno.
Weitere Reliefs stellen Opferszenen und den heiligen Dienst des Dativius Victor dar. Die Vorderseite ist reich verziert, die Rückseite nur teilweise erhalten.
Der Bogen besteht hauptsächlich aus Sandstein und wurde ohne Mörtel zusammengefügt. Seine ursprüngliche Form war kein freistehendes Tor.
Vielmehr gehörte das Bauwerk zu einem größeren architektonischen Zusammenhang in Mogontiacum. Die Rekonstruktion bewahrt die überlieferten Bauteile als römisches Denkmal.
Das Landesmuseum Mainz zeigt die rekonstruierte Fassung in seiner Steinhall. Eine maßstabsgetreue Kopie steht am Ernst-Ludwig-Platz.
Beim Abbruch mittelalterlicher Stadtmauern kamen die Bauteile um 1900 als Spolien ans Licht. Der Dativius-Victor-Bogen verbindet damit römische Bildsprache, Inschrift und Mainzer Stadtgeschichte.
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