Dativius-Victor-Bogen
Der Dativius-Victor-Bogen in Mainz ist ein rekonstruierter römischer Monumentalbau aus dem dritten Jahrhundert. Ursprünglich gehörte er zu einer Säulenhalle in Mogontiacum.
Die Söhne des verstorbenen Ratsherrn Dativius Victor errichteten ihn zu seinem Andenken und widmeten ihn Jupiter sowie dem Kaiserhaus. Seine vollständig erhaltene Stifterinschrift belegt diese Widmung am Bogen.
Die Rekonstruktion entstand zwischen 1978 und 1981 und befindet sich in der Steinhallе des Landesmuseums Mainz. Eine maßstabsgetreue Kopie steht am Ernst-Ludwig-Platz in Mainz.
Sandstein prägt den sechseinhalb Meter hohen Bogen, dessen Pfeiler ohne Mörtel gefügt sind. Seine Breite beträgt viereinhalb Meter, seine Tiefe siebzig Zentimeter.
Weinrankenreliefs schmücken die Außenseiten, während der Archivoltbogen einen Tierkreis und der Schlussstein Jupiter und Juno zeigt. Darüber erscheinen Opferhandlungen mit Dativius Victor selbst.
Die Darstellung zeigt einen lokalen Amtsträger bei einem Priesteramt, eine Besonderheit der germanischen Provinzen. Der Bogen war ursprünglich kein freistehendes Bauwerk in Mainz.
Seine Bauteile kamen um 1900 beim Abbruch der mittelalterlichen Mainzer Stadtmauer als Spolien ans Licht. Die Inschrift nennt eine Säulenhalle nahe dem Legionslager.
Die ursprüngliche Anlage wurde vermutlich im vierten Jahrhundert aufgegeben. Der Dativius-Victor-Bogen verbindet damit römische Architektur, religiöse Bildsprache und die Geschichte des antiken Mainz.
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