Taborkirche
Die Taborkirche steht im Leipziger Stadtteil Kleinzschocher auf dem Tanzberg. Ihr neoromanischer Bau erinnert an eine dreischiffige romanische Basilika ohne Querschiff. Am Südgiebel ragen zwei Türme jeweils 52 Meter hoch empor. Zwischen ihnen liegt der Haupteingang, während zwei kleinere Seiteneingänge das Ensemble ergänzen. Der Zugang ist rollstuhlgerecht, und nachts zeichnen Scheinwerfer seit 2008 die Türme nach.
Der Bau entstand zwischen 1902 und 1904 nach Entwürfen von Arwed Roßbach. Richard Lucht leitete die Fertigstellung der Kirche. Sie ersetzte die frühere Dorfkirche, die 1905 abgerissen wurde. Klare Linien und symmetrische Formen bestimmen den Innenraum. Sandsteinsäulen, Altar und Taufbecken tragen reichen Bauschmuck. Aufwendige Holzarbeiten finden sich an Patronatslogen, Lesepult und Bankenden. Ein farbiges Wappen erinnert an die Familie von Tauchnitz. Daneben bewahrt ein Epitaph von 1683 das Andenken an Gebhard von Dieskau.
Die Eule-Orgel von 1904 wurde nach Kriegsschäden 1966 und 1967 erneuert. Ihre Spielhilfen ermöglichen Klangfarben zwischen Piano, Pleno, Forte und Tutti. Die evangelische Gemeinde in Kleinzschocher besteht mindestens seit 1544. Heute gehören Chor, Posaunenchor und Singschule zum musikalischen Leben. Besonders eindrucksvoll bleibt der Blick auf die Doppelturmfassade vom südlichen Vorplatz.
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