Ehem. Mitteldeutsche Motorenwerke
Die Ehem. Mitteldeutsche Motorenwerke lagen nordwestlich von Taucha in einem bewaldeten Gebiet nahe Leipzig-Portitz. Zwischen Bäumen und überwucherter Erde sind heute nur noch wenige, meist verborgene Ruinen zu erkennen. Die abgelegene Lage verband Schutz vor Blicken mit der Nähe zu wichtigen Verkehrswegen. Von 1935 bis 1948 gehörte der Industriebetrieb zur Auto Union und arbeitete eng mit Junkers zusammen.
In Lizenz entstanden hier die Flugmotoren Jumo 205, Jumo 211 und Jumo 213 sowie Bauteile für die Jumo-004-Strahlturbine. Der Standort entwickelte sich zum drittgrößten Auto-Union-Werk, während auch zahlreiche Zwangsarbeiter unter den Beschäftigten waren. Die Motoren kamen in Militärflugzeugen zum Einsatz und verbinden den Ort mit der deutschen Kriegsproduktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk 1947 teilweise demontiert, bevor die verbliebenen Gebäude verschwanden. Am 27. August 1948 endete die Geschichte des Unternehmens mit der Löschung aus dem Leipziger Handelsregister. Besonders im Winter geben zurückweichendes Unterholz und freiliegende Mauerreste kurze Einblicke in die frühere Fabrikanlage.
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