Christuskirche
Die Christuskirche steht im Leipziger Stadtteil Eutritzsch und gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk des Viertels. Ihr romanisches Turmuntergeschoss stammt vermutlich aus der Zeit vor 1381 und weist auf mehr als sieben Jahrhunderte Geschichte hin. Der Hauptbau zeigt spätgotische Formen mit dreiseitigem Chor, Rautennetzgewölbe und Strebepfeilern. Am quadratischen Turm fallen Spitzbogenfenster, Maßwerk und das steile Walmdach auf.
Zwischen 1489 und 1503 ließ Benedikt Eisenberg das Kirchenschiff neu errichten. Sein Steinmetzzeichen sitzt am Schlussstein des Gewölbes in der Eingangshalle. An der Ostseite markiert die Jahreszahl 1503 in mittelalterlicher Schrift den Abschluss dieser Veränderung. Im Inneren stehen ein Marienaltar von etwa 1480 und ein Taufbecken von 1505. Der Altar kam 1960 aus Machern hierher, während das Taufbecken lange verborgen in der Sakristei überdauerte. 1847 wechselte der Eingang an die Westseite, und hinter dem Chor entstand die Sakristei.
Besonders eindrucksvoll bleibt das Geläut aus vier Bronzeglocken. Die älteste Glocke wurde 1480 gegossen, wiegt etwa 584 Kilogramm und erklingt im Ton A. Die historische E-Glocke von 1482 wiegt ungefähr 1105 Kilogramm und kehrte 1948 nach Kriegsverlusten zurück. Seit 2018 trägt ein hölzerner Glockenstuhl die Glocken, dessen Konstruktion die Schwingungen besser vom Turm auffängt.
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