Irrhain
Der Irrhain liegt als kleines Naturschutzgebiet im Kraftshofer Forst im Raum Nürnberg und bewahrt ein Stück Naturwald. Sein Name steht für einen Ort mit Natur und Literaturgeschichte.
Der Wald gehört zum historischen Knoblauchland, dessen landwirtschaftliche Tradition eng mit der Stadt Nürnberg verbunden ist. Abgestorbene, stehen gelassene Bäume bieten Insekten Lebensraum.
Ende des 17. Jahrhunderts gründete der Pegnesische Blumenorden den Irrhain als Treffpunkt seiner literarischen Gesellschaft. Georg Philipp Harsdörfer und Johann Clay gründeten den Orden 1644.
Die Mitglieder zogen 1676 hierher, nachdem ihr früherer Treffpunkt unzugänglich geworden war. Martin Limburger entwickelte den Irrhain als „sprechenden Garten“.
Die Arbeiten an der Anlage endeten 1678, und 1681 erhielt der Blumenorden den Irrhain als ewiges Lehen. Ein steinerner Bogen im Barockstil markiert den Haupteingang.
Dahinter stehen Denkmäler für Mitglieder des Ordens sowie Gedenksteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ein Obelisk erinnert an Christoph Martin Wieland.
Das ursprüngliche Labyrinth verschwand Ende des 18. Jahrhunderts, doch der historische Charakter blieb erhalten. Beim Irrhainfest werden oft Stücke von Hans Sachs aufgeführt.
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