Torturm
Der Torturm steht am südlichen Zugang des Heidelberger Schlosses und verbindet ein quadratisches Bauwerk mit sichtbarer Wehrtechnik. Vom Grund des Grabens gemessen, ragt er etwa vierzig Meter auf und wird von einem schweren Holztor geprägt.
Kurfürst Ludwig V. ließ ihn zwischen 1531 und 1541 errichten, während die äußere Mauer hier von etwa einem auf sieben Meter verstärkt wurde. Über dem Tor liegen drei Stockwerke, darunter die frühere Wohnung des Turmwächters. Im unteren Bereich verbirgt sich ein rund zehn Meter hohes Gewölbe, das als Burgverlies diente und dessen tiefster Teil nur durch eine Öffnung in der Holzdecke erreichbar war. Steinfiguren in Rüstung, datiert auf 1534 und 1536, flankierten einst das sandsteingerahmte Wappen des Kurfürsten.
Am Eingang fällt der große Eisenring auf: Er diente als Türklopfer und trägt laut Heidelberger Sage den „Hexenbiss“. Eine Hexe soll versucht haben, ihn durchzubeißen, um das Schloss zu gewinnen, doch dabei zerbrachen ihre Zähne. Die kleinere Tür im Holztor erlaubte Fußgängern den Zugang, während das Haupttor geschlossen blieb.
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