Ruprechtsbau
Der Ruprechtsbau steht im Heidelberger Schloss am Hang über dem Neckar und der Stadt. Seine schlichte Fassade und das gotische Eingangsportal zeigen die Bauweise des späten Mittelalters. Der älteste erhaltene Wohnflügel des Schlosses entstand unter König Ruprecht I. zwischen 1400 und 1410. In der Nähe liegen der Friedrichsbau, der Frauenzimmerbau und der Gläserne Saalbau rund um den zentralen Schlosshof.
Im Erdgeschoss bewahren Rittersaal und Modellsaal Spuren ihrer früheren Ausstattung. Kreuzrippengewölbe tragen Schlusssteine mit Wappen der kurfürstlichen Familie, englischen Löwen und französischen Lilien. Diese Zeichen erinnern an die Heirat von Ruprechts Sohn Ludwig III. mit Prinzessin Blanka von England. Ihre Mitgift von 100.000 Gulden finanzierte teilweise den Ausbau des Heidelberger Schlosses. Im Rittersaal speiste König Ruprecht I. einst mit seinen Rittern, während historische Modelle und Artefakte die Entwicklung des Schlosses veranschaulichen.
Über dem gotischen Portal erscheint Ruprechts Wappen mit Reichsadler, Pfälzer Löwe und Wittelsbacher Rauten. Unterhalb des Gebäudes erstrecken sich Schlossgärten und Terrassen mit Blick auf Heidelbergs alte und neue Stadtteile. Eine Legende führt auf den Fürstenbalkon, wo ein Ritter nach einem Sprung im Sandstein seinen Fußabdruck hinterlassen haben soll. Dort kannst du prüfen, ob dein eigener Fuß in die markante Vertiefung passt.
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