Marstall
Der Marstall steht in Heidelbergs Altstadt direkt am Neckar und zeigt sich als langgestreckter Bau aus Neckartäler Sandstein. Seine etwa 135 Meter lange Fassade wird an beiden Enden von Wachtürmen mit Schießscharten begrenzt. Das Gebäude entstand vermutlich um 1510 unter Kurfürst Ludwig V. als Zeughaus an der Stadtmauer. Ein heute verglastes Rundbogentor an der Nordseite erinnert an den früheren Warenumschlag vom Fluss.
Ursprünglich lagerten hier Waffen, außerdem sollten Kanonen gegossen werden. Lorenz Lechler gilt als Baumeister dieses wehrhaften Baus. Ein Teil der Steine stammt von der Oberburg, die 1537 durch einen Blitzschlag zerstört wurde. Dicke Mauern aus bossiertem Stein umschlossen einst den Innenhof und schützten die militärische Anlage.
Später prägten Stallungen für mehr als hundert Pferde den südlichen Hofbereich. Das Renaissancegebäude wurde 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Heute bewahren die Sandsteinmauern den historischen Charakter, während die Universität darin eine Mensa, Veranstaltungsräume und Verwaltungsbüros nutzt. Östlich ergänzt die Heuscheuer das Ensemble, deren barockes Walmdach seit den 1960er Jahren einen Hörsaal überspannt.
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