Heidelberger Schloss
Heidelberger Schloss erhebt sich rund achtzig Meter über der Heidelberger Altstadt an der Nordseite des Königstuhls. Die Schlossruine zählt zu den bedeutendsten Renaissancebauwerken nördlich der Alpen und verbindet mittelalterliche Festungsmauern mit repräsentativen Hofgebäuden. Von hier oben blickst du auf die Dächer der Altstadt, während die Anlage ihre Lage am Hang deutlich zeigt.
Die ältesten Bauteile entstanden vor 1214, bevor sich die Anlage um 1294 in eine obere und eine untere Burg teilte. Die obere Burg auf dem Kleinen Gaisberg zerstörte 1537 ein Blitz, während die untere Burg zum politischen und baulichen Mittelpunkt wurde. Pfalzgrafen und Kurfürsten erweiterten sie bis etwa 1650, bevor Kriege, Brände und Sprengungen ihre Gestalt veränderten. Truppen eroberten die Anlage 1622, 1633 und wenige Jahre später erneut, bevor französische Soldaten 1689 und 1693 weitere Türme und Mauern zerstörten. Nach dem Umzug des Hofes nach Mannheim blieb sie weitgehend Ruine, und ein Blitz setzte 1764 den Saalbau in Brand.
Heute führen die Heidelberger Bergbahn vom Kornmarkt und Wege am Königstuhl zu den Mauern, der Schlosskapelle und dem Dicken Turm. Der Dicke Turm erinnert an die Sprengungen des Pfälzischen Erbfolgekriegs, während die Schlosskapelle ältere und spätere Bauphasen bewahrt. Auch Martin Luther besuchte die Anlage bei der Heidelberger Disputation, und Victor Hugo wanderte später durch ihre Ruinen.
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