Krippkirche
Die Krippkirche steht in Füssens Altstadt, eingebettet in eine Häuserzeile an einer heutigen Fußgängerzone. Der schmale barocke Saalbau trägt ein Satteldach und einen kleinen Dachreiter. Vier Stufen heben den Kirchenboden über das Straßenniveau, weil das Gebäude auf einem gewölbten Keller ruht. Die Fassade zeigt einen Volutengiebel, eine hohe Rundbogennische sowie ovale und rundbogige Fenster.
Johann Jakob Herkomer begann den Neubau 1717 anstelle einer älteren Kapelle, Johann Georg Fischer vollendete ihn 1718. Bereits 1611 hatten Jesuiten hinter dem heutigen Standort einen Stall zur Kapelle Unserer Lieben Frau in der Krippe umgestaltet. Später prägten Franziskaner und das Füssener Kapitel die Geschichte des Ortes, bevor Peter Martin den Kirchenbau finanzierte. Die Weihe an St. Nikolaus erinnert daran, dass dessen Kapelle bei St. Mang zur Gruft umgewandelt worden war.
Im Inneren verbinden sich feiner Stuck, Fresken und barocke Kunstwerke aus dem frühen 18. Jahrhundert. Dominikus Zimmermann schuf 1719 den Hochaltar aus Stuckmarmor. Das Altarbild zeigt Maria, die das Christuskind in der Krippe verehrt, und wurde 1721 vollendet. An der linken Wand hängt Balthasar Riepps Gemälde der Verklärung Christi von 1764, ursprünglich aus der Klosterkirche St. Mang. Heute nutzen die katholische Pfarrgemeinde und die syrisch-orthodoxe Gemeinde den geschützten Sakralbau gemeinsam.
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