Lina Rothschild
Lina Rothschild, geborene Lichtenstein, verbindet eine Familiengeschichte mit der jüdischen Geschichte Frankfurts. Sie wurde am 26. Juli 1868 in Hanau geboren. 1891 heiratete sie Bernhard Rothschild und zog mit ihm nach Frankfurt. Das Paar lebte zunächst in der Herderstraße. Lina und Bernhard hatten drei Töchter, Lilly, Martha und Else. Die Töchter besuchten das jüdische Reformgymnasium Philanthropin. Bernhard und sein Bruder Isidor führten in Frankfurt ein Geschäft für Leinen- und Manufakturwaren. Die Familie war außerdem im Deutschen Odd Fellow Orden Frankfurts aktiv.
1931 bezog die Familie eine Wohnung in Karl-Albert-Straße 25 am Bornheimer Hang. Diese Adresse gehörte zum städtebaulichen Projekt Neues Frankfurt unter Ernst May. Im Mai 1938 emigrierte Else über Hamburg nach Argentinien. Im Oktober 1941 suchten Lina und Bernhard über Berlin und Lissabon einen Weg in Sicherheit. Bernhard starb während der Überfahrt nach Buenos Aires. Lina erreichte Buenos Aires am 7. Dezember 1941. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod am 2. November 1956 bei Else. Stolpersteine vor dem früheren Wohnhaus erinnern an Lina, Bernhard und Else Rothschild. Die kleinen Messingtafeln halten ihre Namen und die Geschichte einer Frankfurter Familie im Stadtbild fest.
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