Evangelische Pfarrkirche Wasserhorst
Die Evangelische Pfarrkirche Wasserhorst steht im Blockland von Bremen, wo einst das Dorf Wasserhorst lag. Sie erhebt sich auf einer natürlichen Düne, die sechs Meter über die Marsch hinausragt, denn Überschwemmungen bedrohten das umliegende Land immer wieder. Der Hügel trägt den Namen „Up’r Horst“, und eine erste urkundliche Erwähnung reicht ins Jahr 1185 zurück. Auf dem Friedhof dieser Düne stehen Grabsteine aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, das Gelände wird noch heute belegt. Ursprünglich war die Kirche Simon Petrus und Judas Thaddäus geweiht.
Der Westturm aus Klosterformatziegeln mit Zeltdach trägt frühgotische Biforien als Schallöffnungen mit Rundbögen und entstand im zweiten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts. Die Turmuhren zeigen schmiedeeiserne Zifferblätter, und im Turm hängt eine Glocke von 1474, gegossen von Ghert Klinghe. Im Jahr 1743 baute man das Gotteshaus für die reformierte Gemeinde im Barockstil um. Aus dieser Zeit stammt das langgestreckte Schiff aus rotem Backstein unter hohem Satteldach, dessen Seitenwände sechs hohe Rechteckfenster zeigen. Zwei weitere Fenster sitzen in der geraden Ostwand, und die Ziegel des westlichen Teils gleichen dem Turm in Format und Verwitterung.
Im Innern begegnest du reformierter Nüchternheit: Kanzel und Altar stehen an der südlichen Kreuzwand. Bremer Ratsherren und andere Persönlichkeiten finanzierten im achtzehnten Jahrhundert die quadratischen Wappenfenster. Lebhaftes Rankenwerk von Weinstöcken ziert die flache Holzbalkendecke. Die losen Stühle tragen traditionelle Bauernhausmarken, die Eigentumszeichen alter Bauernfamilien. Die vierte Orgel des Hauses baute Hermann Eule im Jahr 2003, mit acht Registern auf einem Manual und Pedal. Von 1952 bis 1958 wirkte hier der Theologe Jürgen Moltmann als Pastor.
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