Parochialkirche
Die Parochialkirche steht im Berliner Klosterviertel und ist eine reformierte Kirche aus dem späten siebzehnten Jahrhundert. Zwischen 1695 und 1703 entstand sie als älteste Berliner Kirche, die eigens für eine protestantische Gemeinde gebaut wurde. Ihr Erscheinungsbild verbindet zurückhaltenden Barock mit niederländischen und italienischen Einflüssen.
Johann Arnold Nering entwarf die ursprünglichen Pläne, die Martin Grünbaum nach seinem Tod veränderte. Andreas Schlüter, Jean de Bodt und Philipp Gerlach wirkten ebenfalls an der Gestaltung mit. Der Chor besitzt vier Apsiden in Kreuzform, dazu kommen Rundbogenfenster und ein hoher, von Pilastern flankierter Narthex. Der im achtzehnten Jahrhundert vollendete Turm trug einst ein berühmtes Glockenspiel mit stündlichem Löwengebrüll.
Brandbomben zerstörten 1944 das Innere vollständig, während die Außenmauern erhalten blieben. Ihre schmucklose Oberfläche erinnert bis heute an diese Kriegszerstörung. Ein Eisenkreuz aus Schrott der Ruinen hängt seit 1961 im Altarraum. 2016 erhielt die Turmkuppel mit goldener Sonne ihre Gestalt zurück, und 52 Glocken erklangen wieder.
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