Van Gendt Hallen
Die Van Gendt Hallen liegen im Südwesten des ehemaligen Werkspoor-Stork-Fabrikgeländes in Amsterdam. Fünf miteinander verbundene Backsteinhallen stehen zwischen Wasserwegen und Eisenbahnlinien. Große Oberlichter ziehen sich durch die Dächer, während neorenaissancehafte Details die funktionalen Fassaden prägen.
Die Hallen entstanden zwischen 1898 und 1910, nachdem ein Auftrag aus Südafrika vierzig Lokomotiven und vierhundert Waggons verlangte. Dolf van Gendt entwarf die ersten drei Hallen, später ergänzten seine Brüder die Anlage um Halle vier und fünf. In Halle fünf entstanden Lokomotiven, während Halle vier Turbinen aufnahm. 1903 wurde hier außerdem der erste gusseiserne Dieselschiffsmotor gebaut. Ein Brand beschädigte 1922 die Hallen vier und fünf, die G.J. Langhout nach den ursprünglichen Plänen wiederaufbauen ließ.
Heute schützt der Status als Rijksmonument die historische Substanz, während eine nachhaltige Umgestaltung neue Nutzungen vorbereitet. Kultur, Sport, Gastronomie, Büros und nachhaltige Start-ups sollen unter den erhaltenen Tragwerken Platz finden. Eine Querachse verbindet die fünf Bereiche und wird als zugängliche Hauptstraße für die Nachbarschaft gestaltet. Rohre, Hebevorrichtungen und andere Industrieelemente bleiben sichtbar in der neuen Architektur. Das geplante Drift Museum bringt großformatige experimentelle Kunst von Drift mit Technologie und Natur zusammen. Besonders eindrucksvoll bleiben die langen Oberlichter, durch die einst Tageslicht auf Lokomotiven, Turbinen und Schiffsmaschinen fiel.
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